openart lausitz biennale an drei Stationen in Elbe-Elster
Die openart Lausitz Biennale für zeitgenössische Kunst spannt ein künstlerisches Band um die Lausitz – an fünf Orten in der Lausitz stellen nationale, internationale und regionale Künstler aus.
Die Biennale will die kulturelle Vielfalt der gesamten Lausitz überregional ins Gespräch bringenbeteiligt sind vier Landkreise und die Stadt Cottbus. Gezeigt werden Malerei, Fotografie, Skulptur, Installationen sowie Multimedia und Performance – ergänzt wird das Programm durch Live-Veranstaltungen wie szenische Lesungen, Workshops und Mitmach-Aktionen. Neben etablierten Ausstellungsorten wie der Kunsthalle Lausitz in Cottbus, dem Forster Museum und dem Kunstgussmuseum in Lauchhammer entdeckt die openart Lausitz Biennale ungewöhnliche Räume zur künstlerischen Nutzung. Besucher erwartet eine reizvolle Mischung von Orten, denen die Kunst neues Leben einhaucht, und Industriegebäuden, denen die Kunst neue Perspektiven verschafft.
Eröffnung in Werenzhain
Seit 30 Jahren ist der Atelierhof Werenzhain mit seinem weitläufigen Gelände und mehreren Gebäuden ein Ort der zeitgenössischen Kunst, Kultur und kulturellen Bildung in Südbrandenburg. Der Hof ist Initiator und Projektträger der openart Lausitz Biennale. Im großzügigen Gelände des Atelierhofs sind sowohl innen als auch außen Kunstwerke zu sehen, im Haupthaus, den ehemaligen Stallungen und Scheunen sowie den Wiesen. Bis 16. August sind vielfältige Arbeiten von nationalen und internationalen Künstlern zu sehen.
Auf dem Dorfplatz, vor dem Atelierhof spielt Sebastian Klugs Skulptur im alten Eichenbaum mit dem Wind, während Chihangir Gümüstürkmens Labyrinth auf der Wiese Entscheidung und Verlorensein befragt. Victoria Gentschs Brikett-Sofa lädt zu Begegnung und Austausch ein. Mit Licht und Klängen füllt Simono die andere Scheunenhälfte. Im Tanzsaal zeigen Inna Artemova und Katrin Günther Transformationen der Lausitz. Auf der Bühne, zwischen diesen Arbeiten lässt Johanna Reich in ihrer Videoarbeit Virgin’s Island in einer noch leeren Sandlandschaft eine goldene Fahne vielversprechend im Wind wehen.
In Arbeiten von Detlef Schweiger, Siegfried Kober und Sabine Schäfer wird die Geschichte des Ortes auf vielschichtige Weise in den Galerieräumen neu interpretiert, während Nezaket Ekici in ihrer Videoarbeit Kaffeeklatsch, im hinteren Raum, humorvoll ihre Zugehörigkeitsgefühle zur deutschen Gesellschaft beim Kaffeetrinken thematisiert.
Im Pferdestall hinterfragt Luci Kork in zwei Videoinstallationen die Geschichte der Seidenraupenzucht der Region. Luka Lětkos und Mira Dubians niedersorbischer Coming-Out-Film, ausgezeichnet mit dem Nachwuchsförderpreis der Stiftung für das sorbische Volk, erzählt von einem Dorf, einem Sommer und den Fragen des Erwachsenwerdens. Er öffnet Raum für eine selten sichtbare Perspektive, der Frage nämlich, wie sich sorbische Identität und Trans-Sein zueinander verhalten können.
Zwei Etagen voller Kunst am Markt in Doberlug-Kirchhain
Erstmals seit langer Zeit ist das Haus Am Markt 20 wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet: Zwei Etagen und der Hofgarten zeigen Malerei, Skulpturen, Videokunst und Graffiti. Die Besucher:innen sind eingeladen, sich an einigen Arbeiten aktiv mit zu beteiligen.
Das heute leerstehende Stadthaus Am Markt 20 spiegelt die politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts wider. Vom bürgerlichen Wohnhaus, als „Braunes“, später „Rotes Haus“ bis zum Ordnungs- und Meldeamt nach der Wende. Mit Kunstwerken zum Thema „Transformation" treffen hier Geschichte, Gegenwart und Kunst aufeinander.
Philipp Eichhorns Flurgestaltung „Transit“ lässt Plattenbauten seiner DDR-Kindheit auf Fragmente eines Braunkohlebaggers treffen, der inzwischen zur Vergangenheit gehört. Mit der Serie Dorfbilder untersucht Swen Bernitz Baukultur und soziale Strukturen ländlicher Räume in Brandenburg als visuelle Archäologien des Alltäglichen. Daniela Butschs Videoarbeit zur Abraumförderbrücke F60 zeigt die Bergbaulandschaft als Raum im Wandel zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Im Treppenhaus reagiert Katrin Trost mit netzartigen Strukturzeichnungen im Raum auf die Architektur und Geschichte des Ortes. Astrid Weichelt ordnet alte Bauzeichnungen eines DDR-Industriebaus als Zeugnisse gescheiterter Utopien in Gitterkonstruktionen an. Maria Arendt stickt Grund- und Aufrisse in Stoffarbeiten. In ihnen werden Räume des Übergangs sichtbar, welche die Reisenden als Erinnerung stets mit sich führen können. Karsten Kelschs schwarz-weiße Tuschezeichnungen fragen, was bleibt, wenn ein Ort ausgelöscht ist. Wo einst Schöpsdorf lag, erstreckt sich heute eine vom Tagebau geprägte Leere. Süheyla Ascis Bilder zeigen hingegegen eine malerische winterliche Lausitzer Seenlandschaft, in der rötliche Tupfer bereits bebaute Ufer erahnen lassen. Beate Tischer untersucht in Ölbildern imaginierte Schatten ehemaliger Industrieanlagen als Spuren von Wandel und Erinnerung. Meggie Schneiders TAFEL_KIOSK_PFADE verwandelt den Garten zu einem Raum des Teilens durch Gespräche und gemeinsames Zubereiten von Speisen. Die Gruppe tohu&bohu lädt mit POP-UP PARLAMENT am 8. und 9. August auf dem Markt zu Workshops ein und entwickelt gemeinsam mit Bürger:innen einen „Zukunfts-Auftrag für die Stadt“, welcher, als Kunstwerk gestaltet, der Stadtverwaltung übergeben wird.
Sandskulpturen am Rückersdorfer See
Die Sandkunst-Ausstellung am Rückersdorfer See trägt den Titel „Die Welt zu Gast am Rückersdorfer See“ – angelehnt an die vielen Nationalitäten der Flüchtlinge, die in der ehemaligen Kaserne bei Doberlug-Kirchhain untergebracht waren. Überdimensionale Sandskulpturen entführen nach Paris, in die spanische Alhambra, ins indische Taj Mahal, zur ägyptischen Sphinx und in einen japanischen Tempel. Das Künstlerkollektiv Sand City verwirklicht in tagelanger Vorarbeit diese Träume aus Sand.
„Der Rückersdorfer See versteht sich als ein offener Raum, an dem Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenkommen“, so Kuratorin Michaela van den Driesch. „Die Sandskulpturen laden dazu ein, kulturelle Vielfalt als Bereicherung wahrzunehmen, den Blick auf andere Lebenswelten zu öffnen und miteinander ins Gespräch zu kommen.“
Atelierhof Werenzhain
Dauer: 1. bis 16. August 2026
Öffnungszeiten: Do.-So 11-18 Uhr
Mehr unter: https://openart-lausitz-biennale.de/de/biennale/programm/atelierhof-werenzhain-ausstellung
Haus Am Markt 20, Doberlug Kirchhain
Dauer: 1. bis 16. August 2026
Öffnungszeiten: Do.-So. 11-18 Uhr
Mehr unter: https://openart-lausitz-biennale.de/de/biennale/programm/vernisage-doberlug-kirchhain
Rückersdorfer See
Sandkunst Ausstellung: 1. bis 16. August 2026
Öffnungszeiten: Rund um die Uhr
Mehr unter: https://openart-lausitz-biennale.de/de/biennale/programm/die-welt-zu-gast
Junge Kunst – young art
Die Jugendkunst-Ausstellung eröffnet am So., 23.8. um 15 Uhr im Atelierhof Werenzhain
Sie ist das Ergebnis diverser Tages- und Wochenend-Workshops
23.8. – 6.9.2026 Ausstellung in der Galerie des Atelierhofes Werenzhain
Offene Räume – open spaces
Die folgenden offenen Ateliers sind mit dabei:
FLUR/4 in Crinitz - Christel Kiesel /
Felix Pöchhacker
über den köpfen - Deckengemälde der Spender:innen in Uebigauer Kirche - Restauratorinnen und Künstlerinnen Sara und Evelin Waldmann
regional film im fokus - kolektiw wakuum und Weltspiegel Kino Finsterwalde
> wenden < - Ausstellung im Werkhofgarten Kleinkrausnik, zukunftsfähig e. V.
magst du die nacht? - Lesung unterm Sternenhimmel mit Karin Kalisa im Atelier Stephanie Mai in Gröbitz
Galerie und Skulpturengarten - Offenes Atelier Paul Böckelmann und E.R.N.A. in Altenau
Figuren im Park - Designer Uwe Schaffranietz im Stadtpark Elsterwerda
Ausstellung "Nester" und offenes Atelier - Dorfkirche Trebbus - Manuela Kießling
Werenziahof Filz- und Färbeatelier in Werenzhain Offenes Atelier - Sabine Reichert-Kassube
